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Liberté, Égalité, Fraternité. Vive la France.

Scheiße. Ich versuche jetzt schon seit drei Tagen an einem Text zu schreiben, der Krieg und Frieden heißt. Ich wollte die Ereignisse in Paris und was es bei mir macht reflektieren. Eigentlich wollte ich mich darin über zwei Dinge auslassen. Einmal über den Unfrieden unter den Menschen, die alle die Welle auf unterschiedliche Art nehmen. Und dann über den Unfrieden in meinem Leben. In mir. In meiner Familie. Und über die Halbwertszeit solcher Geschehnisse. Draußen und drinnen. Und warum fällt mir das so schwer, diesen Text zu schreiben? Da draußen sind doch ein Haufen schneller Antworten und Bewertungen zu finden. Andere können das doch auch. Vielleicht, weil es gar kein friedlicher Text würde.

Am Besten chronologisch. Die Erwachsenen sitzen bei uns am Freitag Abend alle am Küchentisch, damit das große Kind das Länderspiel Deutschland gegen Frankreich schauen kann.… weiterlesen

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21 Tage Stoffwechselkur – I’m a loser baby.

Egal wie tapfer man sein Fett trägt. Niemand ist gerne dick. Ich spreche da aus eigener Erfahrung. Es ging los mit den Lufthansa Essengutscheinen meiner Frau die wir gegen Joeys Pizza Lieferungen tauschen konnten. Da war ich 29. Das ist die Zeit in der bei Männern die Testosteronproduktion das erste Mal eine Kurve nach unten bekommt. Fett wird nicht mehr so gut und von selbst verbrannt. Man kombiniere diese Gegebenheiten mit einem Arbeitsweg von fünf Minuten zu Fuß und einer angeborenen Grundaversion Sport gegenüber und erhält eine saubere Grundlage für künftiges Übergewicht.

Mit Mitte 30 hatte ich dann eine Plauze, die viele noch ganz niedlich fanden. So ein Papa mit zwei Kids und einem Bauch, dass hat was solides. Das sieht gemütlich aus.… weiterlesen

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Das Ding aus dem All

Machen wir uns nichts vor. Elternabende sind Veranstaltungen, die möchte man sich sparen. Da sitzen wirklich 100% Menschen da, die wären jetzt gern woanders. Bis auf die 1-2 wirklich jungen Lehrerinnen in denen der Eifer stärker ist als die nahende Dunkelheit des Oktobers. Ich bin auch da. Weil wir zwei Kinder in der Schule haben zum Glück mit meiner Frau. Da kann man wenigstens immer mal tuscheln, während in der Aula Heldentaten des letzten Jahres, und bevorstehende Heldentaten des angebrochenen Schuljahres auf bunten Zetteln an Pinboards geheftet werden. Wenn man schon mal in der Schule ist, kann man sich auch so benehmen. Hier zischt auch keiner, oder wirft mit dem Schlüsselbund.

Nach diesem erfrischenden Resumé, es hat tatsächlich nur die veranschlagte Stunde gedauert, kommt der Teil bei dem sich die Eltern mit den Klassenlehrern in die Klassen verteilen.… weiterlesen

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Von den Wurzeln der Kultur

Es gibt Menschen, die haben meinen außerordentlich tiefsten Respekt. Zum Beispiel Menschen, die es auf sich nehmen, kleinen Kindern Instrumente beizubringen. Das Hören Lernen von Musik und Noten, ein Gefühl von Einklang, Gleichklang sensibilisieren. Sich freiwillig ins Land der immer schiefen Töne begeben. Sich mit Willen und Unerschütterlichkeit an die Front des Missklangs werfen und ihn Note für Note, Musikstunde um Musikstunde um eine kleine Harmonie reicher machen. Diese zappeligen kleinen Punks, die von ihren Eltern für hochbegabt gehalten werden, krampfen sich mit kleinen, feuchten Händen an Blockflöten, Geigen, Chellos und Trompeten fest und versuchen diesen Teilen Töne zu entlocken. Erst überhaupt Töne. Dann gerade Töne. Dann aufeinander folgende gerade Töne.

Eine Aufführung. Der Höhepunkt langwieriger Exerzitien die hinter den Mauern der Musikschule stattfanden.… weiterlesen

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Von Einem der lernt, seine Sporthose selbst aus der Tasche zu räumen

Neulich habe ich meine Sporttasche einfach im Hauseingang stehen lassen. Meine Frau hat mir meine Sachen dann hinterher geräumt. Wenn man die Sportsachen nämlich Nass ein paar Tage stehen lässt, lassen sich astreine Essigkulturen züchten. Das hinterhältige an diesen Essigkulturen ist, dass man sie an der trockenen Hose nicht mehr wahrnimmt. Nicht mehr riecht. Aber sobald sich die Körpertemperatur erhöht, erwachen sie zu leben. Und das riecht man dann. Oder der Personal Trainer. Oder das ganze Studio.
Meine Frau weiß das, und will das nicht. Ich weiß das auch. Oh danke Schatz, du hast meine Tasche ausgeräumt. Ich freue mich.
Dann muss ich zum Sport. Ich packe meine Sachen ein. Handtuch. Wechselwäsche. Alles in den Kofferraum. Die Kinder antreiben. Los.

In der Firma geparkt.… weiterlesen

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Alles wird gut mit Eierlikör

Bei einem Familienausflug in Liebe zu sein fällt schwerer. Je nach dem wie darauf vorbereitet wird, kann es wie auf Weihnachten freuen sein. Oder es kann die Hölle sein. Eins dieser magischen Worte, das nie erwähnt werden darf ist Laufen. Laufen ist der Tot. Ist Strafe. Wird durch keine Schnitzelgröße aufgehoben. Wir allerdings benutzen dieses Wort, um unsere Kinder zu ärgern. Wir rächen uns damit. Wir rächen uns dafür, dass drei Kinder einfach ganz schön viel sind, und egal wie man es anstellt, es ist schwer, sich nicht als Versager zu fühlen. Ich erinnere mich an meine Haltung dazu als ich Mitte zwanzig war. Und Mütter im Cafè. Was gehen die auch ins Cafè. Mit ihren Kindern zetern sehen habe. Die habens nicht im Griff dachte ich.… weiterlesen

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Dal auf’s Brot

Indien ist ja mittlerweile viele Jahre her. Ich habe keine Ahnung mehr, wie Dal in Indien geschmeckt hat. Am Ende überdeckt man ja den echten Geschmack sowieso mit scharfen Mixed Pickles und überzuckertem Tee. Und wenn es dann so schön nachbrennt und das Coffein einen hektisch aus dem Imbiss jagt, um einen Bus zu erwischen, der sowieso erst drei Stunden später losfährt, dann ist das ein rundes kulinarisches Geschmackserlebnis. Ich versuche das jetzt seit Jahren immer wieder in verschiedenen Zusammensetzungen nachzukochen und neu zu beleben. Meist unter Applaus eingefleischter Indienkenner.

Der vegetarische oder vegane Brotaufstrich an sich lebt ja in der Biotheke deutscher Supermärkte und einschlägiger Läden nach wie vor ein sehr blasses Dasein. Seit einigen Jahren sind die Etiketten wenigster ein wenig kesser geworden, aber die meisten Produkte scheinen oft immer noch der „wir lassen besser alles weg was schmeckt, damit wir nicht zu sehr polarisieren“ Maxime zu folgen.… weiterlesen

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Für den der kein Ziel hat, ist jeder Wind der Richtige

Eine ganze Zeit lang waren wir auf Feuerlauf. Feuerlauf ist ein Ritual, bei dem man mit nackten Füßen über glühende Kohlen geht. Manche tun dies entspannt, andere hektisch, aber die meisten kommen heile rüber. Die einen autschen, die anderen strahlen. Alle sind berührt. Jeder geht für sich und ein Anliegen. Paare gehen Hand in Hand. Wir sind für Kinder rübergegangen. Für Partnerschaft. Für Freundschaft. Für Geld bin ich noch nie rübergegangen. Trotz das es früher viel mehr Thema war. Irgendwie hatte ich zu der Zeit, als diese Feuerläufe bei uns angesagt waren, ein so angespanntes Verhältnis zu Geld, dass ich es nicht benennen konnte. Wie kraftvoll könnte es sein, sich einen satten fünfstelligen Kontoauszug vorzustellen, und dafür über die Kohlen zu gehen.… weiterlesen

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Männer brauchen kein authentisches Marketing

Der Anfang von Allem

Lange Zeit haben wir nur Webseiten gebaut. Internetseiten. Homepages. Lange hat niemand wirklich nach Marketing gefragt. So eine Internetseite braucht kein Marketing. Sie muss nichts verkaufen, und sie verkauft auch nichts. Wir haben einfach schöne Webseiten gebaut, mit Inhalten und nach Wünschen des Kunden. Fertig. Ewig ging das so. Und das hätte auch noch ewig so gehen können.

Doch je voller das Internet wurde, um so mehr Leute wollten, dass ihre Seite auch gefunden wird. Ist ja klar. Genau zu dem gefunden werden, was man anzubieten hat. Das ist der Traum. Doch jetzt sind wir schon beim Kern der Sache. Wie benenne ich das, was ich anzubieten habe genau so, dass es zu dem passt, was mein Kunde sucht.… weiterlesen

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Memento mori II

Das Wichtigste ist es, die Kinder in den Mittelpunkt des Lebens zu rücken. So lange sie klein sind, und ein Nest und Aufmerksamkeit brauchen. Kohle muss nur so viel da sein, dass Leberwurst auf dem Brot ist und Benzin im Tank, um sie in die in die Schule zu fahren. Grüne Veganer mit Gluten Allergie setzen hier das Fahrzeug ihrer Wahl und das Speisependant zu Leberwurst ein. Auf alle Fälle sollte Familie nicht am Rande des Lebens statt finden, wenn man eine hat.

Zur Geburt meiner jüngsten Tochter steckte ich gerade mal wieder in einem unheimlich wichtigen Webprojekt, das uns wieder mal schnell unglaublich reich machen sollte. Ich hatte meine Gewerke schon ausbezahlt, der Hauptauftraggeber wollte mich aber nicht bezahlen. Ich stand also mit einem 5-stellig überzogenen Firmenkonto und einer frisch Geborenen auf dem Balkon des Neu-Bethlehem und telefonierte Geld hinterher.… weiterlesen