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Dal auf’s Brot

Indien ist ja mittlerweile viele Jahre her. Ich habe keine Ahnung mehr, wie Dal in Indien geschmeckt hat. Am Ende überdeckt man ja den echten Geschmack sowieso mit scharfen Mixed Pickles und überzuckertem Tee. Und wenn es dann so schön nachbrennt und das Coffein einen hektisch aus dem Imbiss jagt, um einen Bus zu erwischen, der sowieso erst drei Stunden später losfährt, dann ist das ein rundes kulinarisches Geschmackserlebnis. Ich versuche das jetzt seit Jahren immer wieder in verschiedenen Zusammensetzungen nachzukochen und neu zu beleben. Meist unter Applaus eingefleischter Indienkenner.

Der vegetarische oder vegane Brotaufstrich an sich lebt ja in der Biotheke deutscher Supermärkte und einschlägiger Läden nach wie vor ein sehr blasses Dasein. Seit einigen Jahren sind die Etiketten wenigster ein wenig kesser geworden, aber die meisten Produkte scheinen oft immer noch der „wir lassen besser alles weg was schmeckt, damit wir nicht zu sehr polarisieren“ Maxime zu folgen. Am eigenen Herd kann das gekippt werden. Eine bessere Welt ist machbar!

Und jetzt Dal aufs Brot.

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Die grüne Linse hat ja den Vorteil, dass man sie fertig gekocht in der Dose mit ein paar Krümeln Karotte erwerben kann. Die benutze ich aber lieber für Leberwurstersatz Produkte, weil sie von Haus aus fleischiger daher kommt. Daher benutze ich die rote Linse lieber für den Dal. In Ruhe ein bisschen geköchelt, zerfällt die fast von allein zu Brotaufstrich. Also: die Basis für Dal auf Brot ist die rote Linse.

Die Liste:
Olivenöl
2 große Zwiebeln
6 Knoblauchzehen
Ingwer
1 Tasse rote Linsen
Wasser nach gusto
1 kleine Karotte
½ Teelöffel Salz (ich nehme Meersalz)
Currypulver Mittelscharf
Cayenne Pfeffer (wenn mans schärfer mag, als Mittelscharf)
Pfeffer (wenn man noch eine andere Nuance von scharf mag)
Hefeflocken

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Die Zwiebeln werden großzügig geschält und geschnitten. Die Karotte und der Ingwer werden klein gewürfelt. Dann bei voller Hitze anbraten bis sie alle anfangen braun zu werden. Jetzt kommen die Linsen dazu. Die sind natürlich ungekocht, weswegen sie schlecht braten. Hier kommt also das Wasser ins Spiel. Also Wasser ran. Einköcheln lassen, Wasser ran, einköcheln lassen, bis die Linsen zerfallen. Jetzt geht es in die Bratphase, die macht den Geschmack. Jetzt wird noch einmal ordentlich Olivenöl an das Ganze geschüttet. Ein halber Teelöffel vom Curry. Das Salz. Wenn das Ganze jetzt zu krümelig wird, weil die Linsen noch so viel Wasser gezogen haben, darf ruhig noch mal eine halbe Tasse Wasser ran. Jetzt rund abschmecken, bis es den persönlichen Geschmack trifft.

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Ich gebe jetzt gern noch großzügig die Hefeflocken ran. Die kommen erst zum Schluss, damit man das gesunde Vitamin B12 darin nicht zerkocht. Aber ehrlich gesagt, mir geht’s hier nicht um die Gesundheit. Ich mag das, weil es dem ganzen so einen runden, leicht junkigen Geschmack gibt. Es schmeckt dann einfach besser, als die Sachen aus dem Bioladen.

Jetzt kommt das Alles kurz unter den Pasierstab, aber nicht ganz Brei, sondern nur so, dass es schön massig wird. Dann kommt alles in Schnappgläser. Für uns reichen zwei Gläser für zweimal frühstücken, wenn man das zweite Glas zusammen mit einem Olivenbaguette mit auf eine Gartenparty mit Live-Band genommen hat.

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2 Gedanken zu „Dal auf’s Brot“

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