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Memento mori

Wenn man in die heranrollenden Wellen taucht fühlt man den frischen Wind auf der Haut nicht mehr. Das Wasser ist fast wärmer als die Sonne gemischt mit diesem Wind. Ein Wind, der einen in der Sonne die Sonne vergessen lässt. Luft die einen die Sonne nicht satt werden lässt. So wie salzige Erdnüsse zum Bier. Auf das der Durst nicht enden möge. Aufsaugen was aufzusaugen geht, bevor es bald wieder in das herbstliche Deutschland geht. Mit seinem getrieben sein und seinem Eifer, der in den südlichen Ländern nur schwer nachzuvollziehen ist. Fast möchte man sich eine Welle eintätowieren. Memento mori. Lauf nicht den falschen Dingen hinterher. Folge der Freude. Erinnere dich. Lebe wild und verwegen, Arthur. Tu nicht so erwachsen.

Die Wellen sind so hoch, dass man vor sich nur Welle hat, wenn sie einen hochhebt.… weiterlesen

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Auf den Spuren von Fantomas

Europa hat ja so sein Gutes. Fast kein Fleckchen Erde auf das nicht schon jemand seinen Fuß gesetzt hat. Das gibt einem auch ein gutes Gefühl. Sicherheit. Jedes Fleckchen ist in die Karte eingetragen. An den besonders Schönen hat sogar jemand eine Pommes Bude eröffnet. Wie in diesem Canyon in dem wir gestern waren. Der in diesen See führt. An den wir mal kurz baden fahren wollten. Mit unserem gelben Boot ein bisschen über den See schippern. Nach vier, als Abschluss meines Bürotages mit WLAN und ein paar Reparaturen. Das Boot abgelassen damit es in den Kofferraum passt. Schnell noch einen Zwanziger einstecken. Eine Flasche Wasser. Keine Kekse. Einfach mal schnell los. Nur einmal. Sonnenhüte. Jedes Kind denkt an seinen Bademantel.… weiterlesen

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LoveRevolution

Wir haben den Homekurs LoveRevolution mit in den Urlaub genommen. Statt als erstes die Espresso Maschine auf den Propangaskocher zu stellen, oder mit ein paar Euro zur Camping Zentrale zu stolpern, um frische Croissants und Baguette zu holen, animiert Veit Lindau über den Tag bestimmte Aspekte von Beziehung zu betrachten. Objekte des Kurses sind dabei nahe Beziehungen. Meine Opfer sind dabei meine Frau und meine Kinder. Das Spannende an Beziehung ist: man kann nicht nicht in Beziehung sein. Auch eine lieblose Beziehung ist eine Beziehung. Die Frage ist, wie viel Verantwortung an dieser Beziehung wollen wir übernehmen. Wie bewusst wollen wir die Beziehung mitgestalten, und was davon überlassen wir dem Zufall. Ein fruchtbares Feld für einen Beziehungsignoranten.

Die Jüngste hat heute Geburtstag.… weiterlesen

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Der Balken im eigenen Auge

In solchen Gegenden wie hier, gleich um die Ecke, hat das mit Europa angefangen. In Höhlen, die man von der Camping Veranda aus sehen kann, haben sie die ersten Knochen des Neumenschen gefunden.
Die Kinder haben Kopfhörer auf. Für sie ist mein Deuten auf Höhlen und Felsen nur Gefuchtel und Wortfragmente die in ihre Hörspiele dringen. Häh? Fragen sie gestört, nur mühsam Interesse heuchelnd. Wäre doch cool mal in solchen Höhlen zu übernachten. Wiederhole ich. Hmjo. Die Kopfhörer werden wieder zu recht gerückt. Ende der Durchsage.

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Der Fels ist verwittert und die Vegetation krüppelig. Bis auf die Geröllhalten die damals wesentlich weniger verwittert aussahen, muss sich den Frühmenschen vor 300000 Jahren ein ähnliches Bild geboten haben. Eine angenehme Gegend wenn man nicht viel hat.… weiterlesen

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Camping Indigo – 4 * Entbehrung

In den Urlaub fahre ich, weil ich ein paar Tage im Jahr ein wenig ursprünglicher leben möchte als ich es sonst tue. Drum hat unser Haushalt auch drei Zelte. Ein großes für fünf Leute und zwei mit jeweils drei Schlafplätzen. Was ich am Camping schätze ist ganz nah an der Erde zu schlafen. Nicht viel zu brauchen. Einfach schnell das Iglu aufbauen. Die Isomatte reinwerfen. Den Schlafsack drauf und fertig. Die Wanderschuhe an und los, fremde neue Gegend erkunden. Den ganzen Tag unterwegs sein. Abends nach einem Blech-Becher Rotwein müde in den Schlafsack kriechen und morgens von Sonne und Vögeln geweckt werden. Wenn ich mich recht erinnere war das noch nie so. Weil ich ein Snob bin und ein Spießer. Einer der seinen ganzen Komfort dabei haben muss.… weiterlesen

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Ohne Bentley in Cannes

Good luck the house was there
Eigentlich hat es mich nicht nach Italien gezogen. Nie. Wir hatten Nachbarn, die sind da jedes Jahr hin. Früher mit dem Campinghänger, später in Pensionen. Immer in die gleiche Gegend. Italienisches Flair. Italienischer Charme.
Ich bin von Frankreich aus das erste Mal nach Italien gefahren. Die Franzosen sind ein wenig so wie die Deutschen. Alles ist ein wenig aufgeräumter als bei allen anderen. Sortierter. Wenn man dann von Frankreich aus nach Italien fährt, ist es schon ein leichter Schock. Die automatische Stimme an der Mautstation schnarrt. Die Tunnel haben keinen Transponder, der den Verkehrsfunk übersetzt. Kein Licht und weniger Reflektoren. Man sieht auf den ersten Blick, dass hier das Geld nicht dort ankommt wo es hin soll.… weiterlesen

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Sand im Getriebe der Hanf Prohibition

Unsere Gesellschaft wie sie gerade ist, tut nur liberal. Ist sie aber nicht. In unserer Welt gibt es immer noch Menschen, die glauben, bestimmen zu müssen, was für andere gut ist. Oder schlecht. Mit wenig Motivation zu hinterfragen, ob die Dinge, die vor 30 oder 50 Jahren vermeintlich galten, heute immer noch aktuell sind. Ich als Hedonist spreche da vor allem von der Hanf Prohibition, die aus den USA übernommen wurde, und heute noch gilt. Selbst wenn Besitz und Konsum heute nahezu straffrei sind, und das ganze recht locker aussieht, wie es gerade gehandhabt wird, so kommen die Ordnungshüter doch über die Hintertür wieder rein. In dem sie dem Konsumenten von THC haltigen Produkten zum Beispiel die Fähigkeit ein Fahrzeug zu führen absprechen.… weiterlesen

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Tue einfach das Ding, das du liebst

Manchmal habe ich mir schon vorgestellt, wie das Leben wäre, wenn ich mich statt Aufstieg für Abstieg entschieden hätte. Ich meine: manche brauchen sich für sowas nicht zu entscheiden. Das Leben kann seltsame Wege gehen. Scheidungen. Bankrotts. Krankheiten. Ich sitze gerade in einem erste Klasse Abteil und schaue auf die Skyline von Frankfurt. Dem einen oder anderen mag das unangebracht erscheinen, jetzt solche Gedanken zu haben. Doch ich habe gerade über eine ehemalige Designerin gelesen, die von den Penthäusern Wiens in die Bergdörfer gezogen ist, um vor Wirtschaftskrise und Schulden zu fliehen.

Ich selbst lebe in einem Umfeld, in dem man seine Gedanken auf das ausrichtet, was man anstrebt, was man sich wünscht. Das ist eine relativ neue Geistesschule, die soweit ich das überblicken kann, glücklichere Menschen hervorbringt.… weiterlesen

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Selbstjustiz im Nahverkehr

So ein Busfahrer ist auch ein bisschen Hilfspolizist. Ein bisschen SA. Blockwart. Einer von denen, der die Bürger vor sich selbst beschützt. Mit einer gehörigen Portion Misstrauen. Das braucht man in dem Job. Die wollen alle bescheißen. Diese Irren, die hier Bus fahren wollen. In meinem Bus. Kann ja jeder kommen.

Vielleicht haben sie ja die Auflage jeden zu filzen. Jeden am Besten noch nach seiner Postleitzahl zu fragen. Ist der wirklich berechtigt befördert zu werden?

Ich lebe ja eigentlich ein Leben, in dem ich mich selbst befördere. Von A nach B, und wenn gerade genug Aufträge da sind, auch mal eine Gehaltklasse höher. Zur Zeit werde ich befördert. Ich habe was das angeht auch schon den Gleichmut einer Hindukuh entwickelt.… weiterlesen

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Ein Staat auf Rädern

Alles spricht für einen Privat Jet. Wenn da nicht die Flugangst wäre. Ich könnte mir natürlich einen Lufthansa Piloten anstellen. Die haben die geringste Absturzquote. Einen ohne Despressionen. Das wäre die beste Art in Deutschland besser vorwärts zu kommen als in Indien. Und ohne Geschwindigkeitsbegrenzung. Ich fahre im Selbstversuch 1. Klasse. Im ICE. Der ICE war mal das Flaggschiff Deutschlands. 2. Klasse im ICE, das war schon fast wie fliegen. Vor 15 Jahren. Heute ist der ICE 2. Klasse zum Viehtransporter verkommen. Nicht immer. Aber meistens. Die 1. Klasse klingt natürlich nach einer super Alternative. Man kauft einfach ein Ticket zum Preis eines Mallorca Urlaubs für ein mal 400 Kilometer hin und zurück. Dafür lässt man sich in einen der bequemeren Ledersessel plumpsen.… weiterlesen